Wir fordern eine bessere Ausbildung

(Beschluss vom 06. März 2004)

Einzelbetriebliche Finanzierung sichern

Wie in allen Bildungssystemen spielt die Frage der Finanzierung eine entscheidende Rolle. Hier liegt der Schlüssel für effizientes Vorgehen oder für Fehlleitungen von persönlichen, betrieblichen und volkswirtschaftlichen Ressourcen. Die existierende einzelbetriebliche Finanzierung der betrieblichen Ausbildung sorgt für Effizienz. Jeglicher Dirigismus ist dagegen abzulehnen. Verteilungsmechanismen – staatlich gelenkt und gewerkschaftlich mitbestimmt – führen zu planwirtschaftlichen Fehlentwicklungen. Der Einsatz von Steuermitteln oder überbetriebliche Ausbildungsumlagen vernichten Geld in bürokratischen Abläufen und leiten die Bildungsströme falsch. Die von der Bundesregierung angedrohte Ausbildungsplatzabgabe wäre bei Einführung absolut kontraproduktiv, würde zum volkswirtschaftlich unerwünschten Freikaufen von der Ausbildung, zu Mitnahmeeffekten und zur Subventionierung überbetrieblicher Einrichtungen ohne Bezug zur Beschäftigung und nicht zuletzt zu höheren Lohnzusatzkosten führen. Sie muss daher im Interesse der Unternehmen und der Lehrstellensuchenden verhindert werden.

Gemeinsame Verantwortung

Die Wirtschaft muss sich weiter zu ihrer Mitverantwortung für die berufliche Bildung bekennen. Dies hat sie in den vergangenen Jahrzehnten bewiesen. Ebenso tragen der Einzelne und der Staat Verantwortung. Der Einzelne ist verantwortlich für seine Bereitschaft zur Aus- und Weiterbildung, um seine Beschäftigungsfähigkeit Zeit seines Lebens zu erhalten. Die Eltern sind in der Pflicht, ihre Kinder zu verantwortungsbewussten Mitgliedern der Gesellschaft zu erziehen und sie für die Ausbildung zu motivieren. Der Staat ist verantwortlich für geeignete Rahmenbedingungen, die die Aus- und Weiterbildung insgesamt fördern und der Wirtschaft Luft zum Atmen lassen. Er muss Handlungsspielräume einräumen, Verantwortung fördern und neue Entwicklungen zulassen.

Stärkung der Leistungsfähigkeit des dualen Partners Berufsschule
(außerhalb des Berufsbildungsgesetzes zu regeln)

• Berufsschulen in die Verantwortung der Wirtschaftsminister der Länder
• Einführung bundesweit gültiger Qualitätsstandards und eines Qualitätsmanagements mit Kennziffern und externer Evaluierung
• Mitbestimmung der Wirtschaft bei Profilbildung und Organisation der Berufsschulen
• Verzicht auf Vollzeitschulen zu Gunsten der berufsbegleitenden Berufsschulen

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